Insolvenzrecht

1. Wie läuft ein Insolvenzverfahren ab?

Zu Unterscheiden ist zwischen dem Regelinsolvenzverfahren und der Verbraucherinsolvenz, auch bekannt als Privatinsolvenz.
Das Regelinsolvenzverfahren beginnt mit dem Stellen eines schriftlichen Insolvenzantrags. Danach prüft das Insolvenzgericht, ob die Voraussetzungen des Insolvenzantrag gegeben sind, also ob eine Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit oder eine drohende Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Es ist möglich, dass zeitgleich ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt wird, der zunächst das Unternehmen fortführt und der bereits Maßnahmen ergreifen kann, um die Insolvenzmasse zu sichern. Sieht das Insolvenzgericht einen Insolvenzgrund als gegeben an, wird das Insolvenzverfahren eröffnet und ein Insolvenzverwalter bestellt. Der Insolvenzverwalter überprüft die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder das Unternehmen wird still gelegt oder es wird fortgefüht. Es kann beispielsweise zur Erhaltung des Unternehmens ein Sanierungsplan erarbeitet werden. Sinn und Zweck des Insolvenzverfahrens ist die Ermittlung der Gläubiger, weshalb der Insolvenzverwalter eine Tabelle erstellt und diese an das Insolvenzgericht weitergibt. Anschließend wird abgewickelt und in einem Schlusstermin die Verteilung der Masse bewilligt.

2. Ab wann bin ich von einer Insolvenz betroffen?

Bei Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit oder drohender Zahlungsunfähigkeit.

3. Wie ist die Auswirkung von der Corona-Pandemie auf die Insolvenzgründe zu beurteilen?

Die Corona-Pandemie führt zu erheblichen Umsatzeinbußen und hat zu einer dramatischen wirtschaftlichen Rezession geführt. Davon werden vielen kleine und mittelständische Unternehmen betroffen sein. Die Corona-Pandemie wird daher zur Folge haben, dass bei einigen kleinen und mittelständischen Unternehmen Insolvenzgründe der Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit oder der drohenden Zahlungsunfähigkeit vorliegen. Problematisch ist hier die drei Wochen Frist für das Stellen des Insolvenzantrags.

4. Wann muss ich als Geschäftsführer einen Insolvenzantrag stellen?

Nach § 15a InsO muss spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung ein Insolvenzantrag gestellt werden. Wenn kein Insolvenzantrag gestellt wird, ist das sogar mit bis zu 3 Jahren Freitheitsstrafe oder Geldstrafe strafbar. Dann spricht man von der Insolvenzverschleppung.

5. Wird es Änderungen des Insolvenzrechts wegen der Corona-Pandemie geben?

Derzeit ist eine Anordnung geplant, die die Insolvenzantragsfrist für Unternehmen aussetzt, die den Insolvenzantrag nur aufgrund der Corona-Krise stellen müssen und die aufgrund einer Beantragung öffentlicher Hilfen bzw. ernsthafter Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen Aussicht auf Sanierung haben. Die Frist soll bis zum 30.09.2020 ausgesetzt werden. Weitere Informationen

6. Was ist Privatinsolvenz?

Privatinsolvenz liegt bei einer Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit oder drohender Zahlungsunfähigkeit vor. Über das Insolvenzgericht werden die Schulden bereinigt. Privatinsolvenz betrifft natürliche Personen, die keine selbständige wirtschaftliche Tätigkeit ausübt oder ausgeübt hat.

7. Was muss ich bei einer Privatinsolvenz tun?

Auch bei einer Privatinsolvenz muss ein Insolvenzantrag nach § 305 InsO gestellt werden. Bevor der Entschluss zur Privatinsolvenz feststeht, sollte man sich überlegen, ob eine außergerichtliche Schuldenbereinigung in Betracht kommt. Wenn einer der Gläubiger kein Interesse an einer außergerichtlichen Schuldenbereinigung hat, bleibt nur noch der Weg des Insolvenzantrags. Erforderlich ist dann, das ein Gläubigerverzeichnis und Vermögensverzeichnis erstellt wird.


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